Über Symbolpolitik, Bedeutungsjagd und verwaltete Probleme Gesellschaftliche Debatten in Deutschland kreisen zunehmend um Begriffe, Namen, Zahlen und Symbole. Getränke, Gerichte, Kfz-Kennzeichen oder Wortverwendungen werden problematisiert, umbenannt oder verboten – nicht wegen ihrer tatsächlichen Verwendung, sondern wegen möglicher historischer oder politischer Assoziationen. Auffällig ist dabei weniger das einzelne Thema als das dahinterliegende Muster. Bedeutung durch Suche Ein philosophischer Gedanke bringt dieses Muster auf den Punkt: Nimmt man ein beliebiges Buch und sucht gezielt nach versteckten Botschaften, wird man sie finden. Nicht, weil sie beabsichtigt dort stehen, sondern weil der Suchende das Muster festlegt. Findet man nichts, wählt man ein anderes Muster. Genau das passiert heute im gesellschaftlichen Diskurs. Bedeutung wird nicht mehr aus Kontext oder Absicht abgeleitet, sondern aus der Möglichkeit der Interpretation. Der oft zitierte Satz „Wer suchet, der finde...
Was ist los im Dorf und drumherum