Es war ein dramatischer Tag bei Velometrik: Peter Bauer, Anwendungsentwickler und inoffizieller Alltagskommentator der Firma, spürte gestern gegen Mittag das nahende Ende. Sein Hals kratzte, seine Stimme klang nach Endzeitfilm, und innerlich hatte er bereits Abschied genommen.
Mit letzter Kraft wandte er sich an CEO Björn Bauer: „Bring mich heim, es ist vorbei.“ Ein Satz, der unter normalen Umständen dramatisch geklungen hätte – gestern jedoch erschreckend ernst gemeint war. Glücklicherweise musste Björn ohnehin seine Tochter Annika vom Kindergarten abholen, sodass sich Peters letzte Reise bequem mit einem Zwischenstopp kombinieren ließ. Effizienz bis zum Schluss.Zuhause angekommen, nahm Peter ein heißes Bad – vermutlich um die Seele zu reinigen – und aß seine selbstgewählte Henkersmahlzeit (Gerüchten zufolge handelte es sich um Nudeln mit zu viel Knoblauch).
An dieser Stelle sei erwähnt: Eine Bekannte von Peter, die nicht näher benannt werden möchte, hatte leider keine Zeit, ihm die letzte Mahlzeit zuzubereiten – sie hatte, wie es hieß, „Zeugs zu tun“. Ein Umstand, den Peter mit Fassung trug – und mit extra Knoblauch kompensierte.
Danach legte er sich nieder, bereit, in die ewigen digitalen Jagdgründe einzugehen. Doch siehe da: Am nächsten Morgen erwachte Peter lebendig! Der Hals kratzte nicht mehr ganz so tödlich, die Welt roch wieder nach Kaffee statt nach Abschied, und das Bett fühlte sich überraschend gemütlich an.
Björn atmete auf – nicht nur menschlich, sondern auch geschäftlich: Die bereits gestarteten Ausschreibungen für einen neuen Anwendungsentwickler konnten nun wieder zurückgezogen werden. Die Kollegen sind erleichtert, die Kaffeemaschine summt wieder beruhigt, und Peter? Der denkt darüber nach, sein nächstes Ableben etwas weniger dramatisch zu inszenieren – oder wenigstens erst nach dem Nachtisch.
